Provifai
Alle Beiträge
Recht & Praxis6 Min. Lesezeit

EU AI Act: Die 10-Punkte-Checkliste für Ihre Website

Zehn Punkte, mit denen Sie in einer Stunde wissen, wo Ihre Website beim Thema KI-Transparenz steht — von der Bestandsaufnahme bis zur laufenden Überwachung.

Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten des EU AI Acts. Die meisten Ratgeber erklären das Gesetz — kaum einer sagt, was Sie am Montagmorgen konkret tun sollen. Diese Checkliste schließt die Lücke: zehn Punkte, die Sie der Reihe nach abarbeiten können.

Bestandsaufnahme (Punkte 1–4)

  • 1. Wissen Sie, wie viele Bilder, Videos und Texte auf Ihrer Domain liegen? Nicht schätzen — zählen. Gewachsene Websites haben fast immer mehr Inhalte, als der Betreiber vermutet.
  • 2. Kennen Sie die Herkunft Ihrer Bilder? Agentur, Stockanbieter, eigene Aufnahme, KI-Werkzeug — für jeden Inhalt sollte eine Antwort existieren.
  • 3. Läuft ein Chatbot auf Ihrer Seite? Dann muss er sich beim ersten Kontakt als Maschine zu erkennen geben — der klarste Fall des Art. 50.
  • 4. Gibt es Videos mit Personen, die nie so gesprochen haben? Synthetische Stimmen, ausgetauschte Gesichter, animierte Fotos — alles Deepfake-Kandidaten mit ausdrücklicher Offenlegungspflicht.

Kennzeichnung (Punkte 5–7)

  • 5. Sind erkannte KI-Inhalte für Besucher erkennbar? Ein dezenter, aber sichtbarer Hinweis am Inhalt genügt — er muss nur da sein.
  • 6. Ist die Kennzeichnung auch maschinenlesbar? Der EU-Verhaltenskodex verweist auf Standards wie C2PA und IPTC — reine Sichtvermerke reichen perspektivisch nicht.
  • 7. Ist dokumentiert, wer wann was geprüft und entschieden hat? Im Streitfall zählt nicht die gute Absicht, sondern das Protokoll.

Dauerbetrieb (Punkte 8–10)

  • 8. Was passiert mit neuen Inhalten? Jeder Blogbeitrag, jedes Kampagnenbild kann neue Pflichten auslösen — einmalige Prüfungen veralten in Wochen.
  • 9. Wer im Unternehmen ist zuständig? Ohne klaren Verantwortlichen versandet das Thema nach dem ersten Aufräumen.
  • 10. Können Sie Ihre Sorgfalt belegen, wenn jemand fragt? Ein öffentlich einsehbarer Nachweis beantwortet die Frage, bevor sie gestellt wird.

Der schnellste erste Schritt

Punkt 1 und 2 erledigt ein automatisierter Audit in unter einer Minute: Er zählt Ihre Inhalte und zeigt, welche davon Spuren maschineller Erzeugung tragen. Damit wissen Sie, worüber Sie überhaupt reden.

Wie immer gilt: Diese Checkliste liefert technische und organisatorische Orientierung, keine Rechtsberatung. Die Einordnung strittiger Einzelfälle gehört zu Ihrem Anwalt.

Kostenloser Audit

Was steckt eigentlich auf Ihrer Website?

Domain eingeben, unter einer Minute warten — Sie sehen, welche Inhalte Spuren von KI-Erzeugung tragen. Keine Anmeldung nötig.