EU AI Act: Die 10-Punkte-Checkliste für Ihre Website
Zehn Punkte, mit denen Sie in einer Stunde wissen, wo Ihre Website beim Thema KI-Transparenz steht — von der Bestandsaufnahme bis zur laufenden Überwachung.
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten des EU AI Acts. Die meisten Ratgeber erklären das Gesetz — kaum einer sagt, was Sie am Montagmorgen konkret tun sollen. Diese Checkliste schließt die Lücke: zehn Punkte, die Sie der Reihe nach abarbeiten können.
Bestandsaufnahme (Punkte 1–4)
- 1. Wissen Sie, wie viele Bilder, Videos und Texte auf Ihrer Domain liegen? Nicht schätzen — zählen. Gewachsene Websites haben fast immer mehr Inhalte, als der Betreiber vermutet.
- 2. Kennen Sie die Herkunft Ihrer Bilder? Agentur, Stockanbieter, eigene Aufnahme, KI-Werkzeug — für jeden Inhalt sollte eine Antwort existieren.
- 3. Läuft ein Chatbot auf Ihrer Seite? Dann muss er sich beim ersten Kontakt als Maschine zu erkennen geben — der klarste Fall des Art. 50.
- 4. Gibt es Videos mit Personen, die nie so gesprochen haben? Synthetische Stimmen, ausgetauschte Gesichter, animierte Fotos — alles Deepfake-Kandidaten mit ausdrücklicher Offenlegungspflicht.
Kennzeichnung (Punkte 5–7)
- 5. Sind erkannte KI-Inhalte für Besucher erkennbar? Ein dezenter, aber sichtbarer Hinweis am Inhalt genügt — er muss nur da sein.
- 6. Ist die Kennzeichnung auch maschinenlesbar? Der EU-Verhaltenskodex verweist auf Standards wie C2PA und IPTC — reine Sichtvermerke reichen perspektivisch nicht.
- 7. Ist dokumentiert, wer wann was geprüft und entschieden hat? Im Streitfall zählt nicht die gute Absicht, sondern das Protokoll.
Dauerbetrieb (Punkte 8–10)
- 8. Was passiert mit neuen Inhalten? Jeder Blogbeitrag, jedes Kampagnenbild kann neue Pflichten auslösen — einmalige Prüfungen veralten in Wochen.
- 9. Wer im Unternehmen ist zuständig? Ohne klaren Verantwortlichen versandet das Thema nach dem ersten Aufräumen.
- 10. Können Sie Ihre Sorgfalt belegen, wenn jemand fragt? Ein öffentlich einsehbarer Nachweis beantwortet die Frage, bevor sie gestellt wird.
Der schnellste erste Schritt
Punkt 1 und 2 erledigt ein automatisierter Audit in unter einer Minute: Er zählt Ihre Inhalte und zeigt, welche davon Spuren maschineller Erzeugung tragen. Damit wissen Sie, worüber Sie überhaupt reden.
Wie immer gilt: Diese Checkliste liefert technische und organisatorische Orientierung, keine Rechtsberatung. Die Einordnung strittiger Einzelfälle gehört zu Ihrem Anwalt.
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